Persönliches:

Nadine ist geboren am 23.11.1978, sie ist verheiratet (mit Tino) und hat drei Kinder, Joris (geboren 2006), Neels (geboren 2009) und Lenas (geboren 2010). Ihre Familie wohnt in Forchheim.

Nadines Eltern (Manfred und Gabi) wohnen in Baiersdorf und sind beide noch berufstätig.

Tinos Eltern (Klaus und Angelika) wohnen in Forchheim und sind beide bereits in Rente.
Nadines Geschichte
Hirnblutung (geplatztes Aneurysma)
8. Mai 2013,  der Tag der alles verändert

Nadine hat am Vormittag Kopfschmerzen, nimmt eine Ibuprofen und geht zur Arbeit. Sie arbeitet als PTA halbtags in einer Apotheke. Am Nachmittag ist die Familie bei Freunden zum Grillen eingeladen, die Kopfschmerzen sind stärker geworden. Am Abend muss Nadine sich übergeben und legt sich ins Bett, nimmt nochmals Ibuprofen. Ihr Mann ruft gegen 21.00 Uhr den Notarzt, da Nadine sich wieder übergeben muss und verlangsamt spricht.

Gegen 21.15 Uhr trifft der Notarzt fast gleichzeitig mit Nadines Mutter ein, die von Tino informiert wurde.

Der Notarzt vermutet wohl schon eine Hirnblutung und lässt Nadine sofort in die Kopfklinik bringen. Die Mutter von Nadine fährt im Krankenwagen mit. Gegen 21.45 Uhr trifft man in der Kopfklinik ein. Nadine ist inzwischen nicht mehr ansprechbar. Sie wird in der Notaufnahme sofort zum MRT und gleich zur OP gebracht. Der Oberarzt kommt zu Nadines Mutter und sagt wörtlich: „Ihre Tochter wird das nicht überleben, stellen Sie sich darauf ein!“ Inzwischen treffen Tino und Nadines Vater in der Klinik ein.

Nadine wird operiert (nach Aussage des Oberarztes, nur weil sie noch so jung ist, sonst hätte man nichts mehr gemacht). Nach vier Stunden dürfen die Angehörigen zur Intensiv-Station. Dort wird ihnen mitgeteilt, dass Nadine die Operation zwar überstanden hat,  dass aber noch ca. zwei bis drei Wochen Lebensgefahr besteht (wegen Vaso-Spasmen, Lungenentzündungen u.a.). Wir dürfen Nadine sehen.

Vier Wochen liegt sie auf Intensiv in der Kopfklinik, bekommt dort eine Magensonde gelegt und eine Trachial-Sonde, da nicht sicher ist, ob sie alleine atmen kann.


Ab Dezember 2013



Nadine kommt zu ihren Eltern nach Hause. Viele Freunde kommen um sie zu besuchen, der MDK kommt auch und stuft Nadine in die Pflegestufe 3 ein.

Wir finden gute Therapeuten, Nadine macht dreimal wöchentlich je eine Stunde Physiotherapie, zweimal je eine Stunde Logopädie und zweimal je eine Stunde Ergotherapie. Es geht langsam aufwärts, die Magensonde und die Trachial-Sonde können entfernt werden.

Inzwischen kann Nadine mit Unterstützung einige Schritte gehen, Sprechen kann sie ganz normal. Die Woche über ist sie von Montag Abend bis Samstag Nachmittag bei den Eltern in Baiersdorf.  Ab Samstag Nachmittag bis Montag Abend ist sie bei ihrer Familie in Forchheim.
Ab Januar 2016

Der MDK war wieder hier und Nadine in die Pflegestufe 2 zurückgestuft, nachdem sie sich ja jetzt selbständig im Bett drehen und mit Hilfe einige Schritte laufen kann.

Der größte Wunsch von Nadine ist es, wieder alleine und ohne Hilfe laufen zu können, auch wenn es nur ein paar Schritte sind. Wir haben uns aus diesem Grund das Intensiv-Reha-Zentrum Geerlofs in Pforzheim zusammen mit Nadine und ihrer Physiotherapeutin im März 2016 angeschaut. Nadine hat dort nach zwei Stunden Probetraining die Prognose erhalten, dass es sehr gut möglich ist, dass sie wieder laufen lernen kann.

Ab dem 16.07. wird Nadine in dieser Einrichtung eine 6-wöchige Intensivtherapie (sechs Stunden Therapie am Tag) durchführen.

Mit der Techniker Krankenkasse (TK) sind wir bezüglich der Kosten am verhandeln, momentan weigert sie sich noch mit der Aussage, „dass so etwas nicht vorgesehen ist“. Eine stationäre Reha würde bezahlt werden, mit drei Stunden Therapie „in der Woche“ und sonst nur im Bett liegen. Das haben wir aber schon hinter uns. Nach 6 Wochen in der Schmieder-Klinik in Stuttgart (Ende 2014) war Nadine keinen Schritt vorangekommen und benötigte wieder Antidepressiva, da sie sonst die Reha nicht durchgestanden hätte. Von dem Antiderpessiva sind wir zu Hause ganz schnell wieder weggekommen.

Nadine hat einen sehr großen Vorteil: Sie hat eine super Psyche und ein tolles Team um sich herum, Ehemann, Kinder, Eltern, Schwiegereltern, die alle mithelfen. Auch einige gute Freunde sind ihr geblieben, die sich auch oft unterstützend einbringen. Und sie kämpft - immer weiter - solange bis sie wieder laufen kann!
6 Wochen Intensiv-Therapie im Reha-Zentrum Geerlofs in Pforzheim vom 19.07. bis 26.08.2016

Das Konzept von Geerlofs ist: Die gleiche Therapeutin (oder auch zwei, wenn nötig) in der gesamten Zeit des Aufenthalts.  Therapie ist Montag bis Freitag jeweils von 08.00 bis 14.00 Uhr, also sechs Stunden am Tag. Ab 14.00 Uhr hat man Zeit zur freien Verfügung. Da Nadine sich noch nicht selbst versorgen kann, muss immer eine Betreuungsperson ab 14.00 Uhr dort sein. Das übernehmen die Eltern von Nadine, ihr Mann und ihre beste Freundin Judith, jeweils im Wechsel immer eine Woche lang. An den Wochenenden kann Nadine nach Hause.

Nadines Therapeutin heißt Cindy. Sie und Nadine verstehen sich auf Anhieb super.  Die Atmosphäre in diesem Reha-Zentrum ist fröhlich, freundlich und unwahrscheinlich positiv. Es wird gelacht, gewitzelt und natürlich auch hart gearbeitet.

Als erste Handlung landet Nadines unhandliche und steife Orthese, die sie für das linke Bein braucht, im Müll. Sie bekommt eine kleine, flexible Orthese mit Gelenk, so dass sie ihren linken Fuß beim Gehen abrollen kann.  Dann wird ihr ein Optiker in Landau empfohlen, der sich auf Hirnblutungs- und Schlaganfallpatienten spezialisiert hat. Nadines Papa fährt mit ihr dorthin. Dieser Spezialist (er ist wohl der einzige in Deutschland) macht einige Tests und schafft es, dass Nadine wieder lesen kann (spezielle Brille mit Prisma-Gläsern). Auch ihre Kopfhaltung wird durch diese Brille besser. Ohne Geerlofs hätten wir nie von diesem Spezialisten erfahren.

Die Kopfstütze von ihrem Rollstuhl wird nicht mehr benötigt. Sie lernt dort sich selbst an- und auszuziehen.

Wir haben bereits für nächstes Jahr einen Termin reservieren lassen, da wir mehr denn je der Überzeugung sind, dass Nadine mit dieser „Intensiv-Therapie“ wieder laufen lernt.

Die Übungen, die sie dort lernt, werden wir zu Hause mit unseren Therapeuten (allen voran Frau Lechner aus Baiersdorf) weiterführen. Auch wir (die Eltern) werden massiv mit ihr zu Hause üben. Der Spruch, den wir aus der Therapie mitgenommen haben, heißt: „Keine Strafe, sondern Übung!“


Die Techniker Krankenkasse (TK) zögert die Bearbeitung unseres Widerspruches immer wieder hinaus.  Am 14.09. erhalten wir definitiv die Absage der Techniker Krankenkasse (TK), nachdem der MDK ein Kurzgutachten (ohne dass je ein Arzt vom MDK Nadine begutachtet hätte) erstellt hat. In diesem Gutachten wird die Übernahme der Kosten (auch nicht anteilig) abgelehnt, u.a. mit der Begündung, dass Nadine ja nicht lebensbedrohlich erkrankt wäre. Damit muss Nadine zunächst mal die ca. 18.000  EURO selbst aufbringen

Am 15.-16.09.2016 wurde durch das Team von Gabi's Tagespflege in Forchheim eine Spendenaktion für Nadine ins Leben gerufen. Unter anderem waren auch der Fränkische Tag, Nordbayerische Nachrichten und Radio Bamberg zugegen um mit Nadine ein Interview zu führen und auf ihre Situation hinzuweisen.
An dieser Stelle möchten wir uns für dieses Engagement recht herzlich bedanke

Claudia Bill veranstaltete Anfang November ein Benefiz- Kabaret in der Jahnhalle in Baierdorf. Dies war ein Riesenerfolg, die Veranstaltung war restlos ausverkauft.

Im Laufe des Jahres 2016 konnte ich mich wieder vermehrt um meine Kinder kümmern.
Ab Donnerstag hatte ich im wöchentlichen Wechsel jeweils ein Kind bei mir in Baiersdorf, Freitags bis Samstag waren alle drei Kinder bei mir und ab Samstag Nachmittag bis Montag Abend war ich dann wieder in meiner Wohnung mit den Kindern und meinem Mann in Forchheim.
Zudem begann ich vermehrt mich um die Belange der Kinder zu kümmern wie z.B. soziale Kontakte herstellen zu anderen Kindern und Treffen vereinbaren oder Termine in der Schulsprechstunde wahrzunehmen.
Auch machte es mir wieder Spaß meine Kinder zu ihren Unternehmungen zu begleiten , wie z.B. zu den Auftritten im Musikverein, Schulveranstaltungen  oder Fußballtraining / Fußballspiele von Neels.
Desöfteren war ich dann auch gerne unterwegs um den Kindern neue Kleider oder Schuhe zu kaufen .



Reha in Bad Staffelstein
vom 05.06.2013 bis November 2013




Heute wird  Nadine in die Früh-Reha nach Bad Staffelstein verlegt. Ein Sanitätsfahrzeug bringt sie dorthin. Nadines Mutter fährt mit. Nadine ist noch nicht ansprechbar. Ihre linke Körperhälfte reagiert nicht. Die rechte Körperseite reagiert verlangsamt.

Wir kommen in der Schön-Klinik Bad Staffelstein an. Voller Hoffnung, „jetzt geht es bergauf“.

Der Oberarzt dort begrüßt bei der Einlieferung die Mutter von Nadine mit den Worten: „Sie wissen schon, dass ihre Tochter nicht mehr wird.“

Fünf Monate Früh-Reha in Bad Staffelstein, die Hölle! Immer Streitigkeiten mit den Ärzten, Nadine kriegt einen Katheder, danach eine Blasenentzündung. Nach vielen Diskussionen wird der Katheder entfernt, mit den Worten: „Dann muss ihre Tochter halt in ihrem Urin liegen!“.

Die Eltern und der Ehemann wechseln sich ab, jeden Tag ist jemand bei Nadine. Nach ein paar Wochen lassen wir uns die Medikamentenliste geben, nachdem Nadine immer noch apathisch ist. So erfahren wir, dass sie mit Beruhigungsmitteln und Psychopharmaka vollgestopft ist. Wieder Diskussionen, endlich Reduzierung der Medikamente. Nadine reagiert danach, fängt an zu sprechen und bewegt langsam die rechte Körperhälfte.

Im Oktober wird uns nahegelegt, Nadine nach Hause zu nehmen, da keine Besserung mehr stattfinden und sie niemals in die C-Phase der Reha kommen wird.

Wir (die Eltern) lassen einen Lift ins Treppenhaus und eine Badelifter ins Bad einbauen (in Baiersdorf). Von der Terrasse wird eine Rampe nach unten gebaut. Wir finden auch eine gute Betreuerin, die dreimal vormittags Nadine betreut, da wir ja noch beide berufstätig sind (die Mutter nur halbtags).

Das Jahr 2017

In einem Gespräch Mitte März offenbarte meine Mann mir, dass er  er nicht weiter mit mir als Partnerin plane. Er plane, sein weiteres Leben mit einer neuen, starken unbehinderten Frau an seiner Seite fortsetzen zu wollen.  Es stellte sich heraus, dass diese starke Frau bereits in sein neues "unbehindertes" Leben getreten war.

Seit April wohne ich nun wieder bei meinen Eltern in Baiersdorf und versuche mich weiter fit zu machen und mein Leben  neu zu gestalten.

Derzeitig kämpfe ich darum, dass ich mit meinen Kindern genau soviel Zeit verbringen kann wie mein Mann.
Reha in Pforzheim

Am 17.07.2017 begann ich dann wieder eine 4-wöchige Reha in Pforzheim bei der Geerlofs GmbH. Dies bedeutete wieder 7 - stündiges Training täglich. Die Reha brachte mir Fortschritte bezüglich der Wahrnehmung meiner linken gelähmten Seite und die linke Hüfte konnte stabilisiert werden.
Mit neuen Erkenntnissen und auch einem neuen Heimübungsprogramm, das mir von meiner Therapeutin zusammengestellt wurde, übe ich nun täglich zuhause um die Basis für die nächste Reha zu legen. Diese haben wir für 2018 bereits gebucht, da der Zuspruch bei Geerlofs sehr groß ist.
Wesentlich ist eben, dass man nach der Reha nicht untätig bleibt, sondern aktiv an sich weiter arbeitet.

Benefiz  -  Veranstaltung der Schule Wiesenthau und Mittelehrenbach

Besonders gefreut hat mich, dass die Schulen von Wiesenthau und Mittelehrenbach einen Schülerlauf veranstaltet haben und die erlaufenen Gelder mir für meine Reha zur Verfügung gestellt haben.
An dieser Selle möchte ich allen, die hieran beteiligt waren recht herzlich danken. Diese Aktion wird mich sicherlich weiter bringen. Derartige Aktionen machen einem auch Mut, da etliche Leute an einen glauben.

Tägliches Gehtraining  im Locomaten
Reittherapie in Heroldsbach


Auf Anraten unserer Therapeuten wurde mir empfohlen, eine Reittherapie zu machen, um mein Gleichgewicht zu schulen. Gerade beim Reiten muss sich mein  Körper dem Bewegungsablauf des Pferdes anpassen und somit wird die Muskulatur des gesamten Körpers beansprucht und angespannt.  Die Reittherapie mache ich einmal in der Woche im Reitstall von Heroldsbach.